Infos Jaka

02.11.2016 / REVIEW SLAM

SLAM

02.11.2016 / REVIEW METALFACTORY.CH

Zum ersten Mal bringen JAKA ein Album mit englischsprachigem Titel raus - zu Deutsch könnte man ihn wohl am besten mit „Das goldene Zeitalter des Menschen“ übersetzen. Die Songs selbst sind dann aber wiederum deutschsprachig (ausser einem einzigen, Beyond Earth), wie man es von der Deathgrind-Kapelle gewohnt ist. Zu Beginn des ersten Songs „Weiss“ lebe ich mir einige Augenblicke lang in der Illusion, JAKA könnten mit dem englischsprachigen Titel auch an Hörbarkeit gewonnen haben - aber diese Illusion währt nicht lange. Vertrackt und abgehackt, anstrengend aber echt spannend und interessant, so sind die Songs auch auf diesem siebten Studioalbum der Krefelder. Ihre Mischung auch Grind, Death und Black Metal mit unzähligen genrefremden Elementen lässt dem Hörer kaum Zeit, Atem zu schöpfen. Hier gibt es sehr viel zu hören, nicht zuletzt auch die gesellschaftskritischen Texte, für die JAKA auch bekannt sind. Von den 20 Songs sind einige nicht mal eine Minute lang, die meisten knapp darüber und drei Songs haben quasi Überlänge mit über 4 bis über 6 Minuten. So manches Riff, so manche Groove-Passage, so manch anderer Teil der Songs sind sicherlich gut - aber die Zusammensetzung der Songs ist halt allgemein sehr extrem. JAKA machen keine Kompromisse und wollen so ums Verrecken nicht Mainstream oder kommerziell sein, dass es auch schon ziemlich angestrengt und fast ein wenig überheblich wirkt. So kann ich auch dieses Album nur in homöopathischen Dosen ertragen. Das Ganze riecht ein wenig nach Hipster-Arroganz und Pseudo-Intellektualität und das mag ich leider gar nicht. So ein kleiner Tick weniger Speziellseinwollen würden den JAKAs gut stehen.
(Lucie W.)

02.11.2016 / REVIEW METALNEWS.DE

Der Pressesheet begrüsst mit "Verehrte Geschmackskontrolleure!" und ist auf grauslich pinken - lachsfarbenen - Papier gedruckt. Soviel zum Geschmackskontrolleur: ich find lachsfarben grauslich und ich finde, ihr solltet das auch tun.
Zurück zum eigentlichen Geschäft: die rastlosen Japanischen Kampfhörspiele haben nach nicht mal einen Jahr Ruhepause (2015 wurde das grandiose Cover Album "Deutschland Von Vorne II" veröffentlicht) ihr erstes Album mit einem englischen Titel veröffentlicht: The Golden Anthropocene nennt sich das Stück, welches 20 Titel in knapp 42 Minuten verwurstet - aber ausgeladene, epische Spielzeiten waren der JaKa's nie so ihr Ding.
Durchaus ironisch ist der Albumtitel zu verstehen, bezeichnet das Anthropozän die "neueste" geochronologische Epoche, in der sich der Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf alle Prozesse der Erde hochschwang.
Spielerisch und kompositorisch ist bei den JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELEN alles gleich gut geblieben: präzise gespielter Deathgrind, der es einem alles andere als leicht macht, "The Golden Anthropocene" nur mal so nebenbei zu hören. "Reiz-Reaktion-Automat" zeigt dem Hörer auch ohne Text den gestreckten Mittelfinger (diese Percussion!) und das fast schon epische "Tag 1 Nach Den Menschen" überrascht mit klassichen Heavy Metal Gitarren.
Die Texte kämpfen nach wie vor gegen alles, was westlich und vermeintlich gut ist: "Antisein" prangert in seinen 40 Sekunden Dauer alles an, was RTLII und Pro7 uns vormachen und bringt die Aussage der KAMPFHÖRSPIELE auf den kleinsten Punkt. In "Der Untergrund" bekommt auch ebenjener, meist so elitär agierender, sein Fett weg, während viele andere Songs mit ihren knappen, pointierten Aussagen als Vorlage für tätowierte Sinnsprüche dienen werden. Was für die JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE wohl das nächste gefundene Fressen sein wird.
(Susanne Fuhs)

02.11.2016 / REVIEW METAL.DE

JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE machen sich auf “The Golden Anthropocene” über das titelgebende, “goldene” Menschenzeitalter lustig. Neben unter anderem der intellektuellen Verstumpfung wird auch die “Nach mir die Sintflut”-Mentalität (“Planeten planieren”) angeprangert. Dabei treffen die Krefelder durchaus mal den richtigen Nerv und verabreichen ihren Hörern die ein oder andere bittere Pille. Wer sich schnell angegriffen fühlt, etwa durch das Interlude “Mitmachdiktatur”, ist hier definitiv fehl am Platz. Schluckbeschwerden könnte auch “Anitsein” verursachen, welches den Herdentrieb der Gesellschaft durch den Kakao zieht.
Musikalisch fahren die Herren ihren bekannten, grindigen Stiefel und bemühen sich dabei um viel Abwechslung. Tempowechsel gibt es viele, auch wird mal mit Percussion gearbeitet (“Reiz-Reaktion-Automat”) oder der Beat von “Der Durchschnittsmensch” mit dem Tuten eines Telefons synchronisiert. Auch in den weniger experimentellen Momenten wie “Weiß” steckt einiges an Kreativität drin. Der Song legt eine förmliche, songschreiberische Odyssee hin, angefangen bei Death Metal über Hard- respektive Grindcore hin zu dezenten Black-Metal-Einsprengseln.
Teilweise sind die Texte aber doch etwas klobig und platt geraten, “Smart” etwa enttäuscht in dieser Hinsicht entgegen seines Titels. Dazu hätte die Musik etwas frischer klingen und die Produktion mehr Durchschlagskraft vertragen können. Es gibt zwar keine wirklichen Ausfälle zu vermelden, aber wirklich spektakulär sind die Songs auch nicht umgesetzt. Abgesehen von Momenten wie den oben Erwähnten bietet “The Golden Anthropocene” nur wenige Passagen, die hängen bleiben. Im schlimmsten Fall klingt das Album wie Allerwelts-Grind mit zeitgemäßem Bezug. Am memorabelsten ist dieser, wenn JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE die Tabus brechen und dabei richtig bissig klingen. Dagegen enttäuscht etwa “Planeten planieren” vor allem musikalisch, da nach Minute zwei kaum etwas aufregendes passiert, der Song aber noch knapp vier (!) Minuten vor sich hin rumpelt.
Damit haben sich JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE sicher keine goldene Nase verdient. “The Golden Anthropocene” hat dennoch seine Momente, die letztendlich auch den Charme des Albums ausmachen, vor allem wenn sie einen unvorbereitet treffen. Bei allem, was hier nicht ganz rund läuft, macht das Album also dennoch Spaß. Reinhören tut jedenfalls nicht weh, solange man selbst ein halbwegs dickes Fell hat.
(Michael Klaas)

19.10.2016 / REVIEW OX

OX

19.10.2016 / REVIEW DEAF

DEAF

09.10.2016 /

Thomas

05.10.2016 / REVIEW ROCK HARD

RochHard

05.10.2016 / REVIEW OBLIVEON.DE

Die deutschen Napalm Death (oder so ähnlich) "singen" nicht plötzlich auf Englisch, wie der Albumtitel suggerieren mag. Vielmehr hat man die wahnwitzige Mischung aus Punk, hardcorigen Elementen und extremem Metal / Grind etwas aufgepimpt und mit ungeahnten spielerischen, ähem, Finessen versehen. Aus dem garstigen Soundgemisch scheinen jedoch, wie schon auf dem Cover angedeutet, weiter allenthalben textliche Leckereien wie "gebleachte Arschlöcher" heraus, man darf sich 16 Sekunden lang den "Pimmel kneten" oder einfach mal angehenden Managern bei der Bewertung eines Seminars zuhören (die Soundcollage "Mitmachdidaktur"). Freunde des schöngeistigen Wohlklanges sind hier definitiv noch immer am falschen Ort, und genau darum geht es der Band schließlich auch: anzuecken und Finger in Wunden zu legen. Ob das immer in musikalisch und lyrisch gelungener Weise geschieht, mag jeder für sich selbst entscheiden. So etwas wie "Songs" anstelle von Wuteruptionen gibt es auf diesem JAKA-Album mit "Weiss", "Planeten Planieren" und dem dahingekotzten Hassbrocken "Der Untergrund" auch zu bestaunen, und hier zeigen die Herrschaften, dass sie ihre Instrumente auch zu anderem als Lärmen benutzen können. Dennoch ist "The Golden Anthropocene" erneut ein extrem schwerverdauliches Stück musikalischer Provokation geworden, das nur absoluten Feinschmeckern munden dürfte.

05.10.2016 / REVIEW MYREVELATIONS.DE

Bony ist raus! Die Nachricht überraschte doch ein wenig, denn sollten JaKa je so etwas wie ein repräsentatives Gesicht gehabt haben, war es jener Markus Hoff. Der Schreihals mit den grell-roten Haaren widmet sich fortan anderen Betätigungsfeldern, und obwohl er auf der neuen CD noch als Mitglied aufgeführt ist, fehlt sein charakteristisches Keifen doch irgendwie komplett. Was mich furchtbar elegant (mehr furchtbar als elegant) zu eben jenem neuen Tonträger der Band, als Japanische Kampfhörspiele bekannt, bringt.
"The Golden Anthrocopene" heißt jener und birgt wie schon seine Vorgänger extrem verqueres Riffgewichse, vertrackte Grooves und Texte für Herz und Hirn, letztere genervt und angepisst in die Welt gespien (nur halt eben nicht mehr gekeift). Viele Namen wurden dem Stil der Krefelder schon gegeben, einige sogar eigens kreiert. Grindpunk oder Popgrind, Hyperpunk oder, wie ich sie nennen würde "thinking man's Grind", doch man sollte die Band gehört haben, um zu begreifen, was sie sind. JaKa sind unbequem, sowohl musikalisch als auch textlich. Sie eignen sich nicht für Moshpits, ihre Musik groovt nicht stur durch und bietet Karatekämpfern genauso wenig Möglichkeiten wie Pogopunks. Ihre Musik zwingt zum Aufhorchen, zum konzentrierten Hinhören, womit wir bei den Texten wären, die unabdingbar mit der Band verbunden sind. Man könnte ihnen vorwerfen ausschließlich zu mahnen, den Zeigefinger zu heben und auf Missstände aufmerksam zu machen, doch ist es die Art, wie sie es machen, die den Rezensenten eurer Wahl milde stimmt. Wie man es von Bandkopf Christof Kather gewohnt ist, sind die Worte stets geschickt gewählt, intelligent verpackt und in der Regel bissig-sarkastisch raus gerotzt. Lösungen für die angesprochenen (angeschrienen?!) Probleme und Missstände hat auch Herr Kather nicht, doch die Art und Weise wie darauf hingewiesen wird, erregt zweifelsohne Aufmerksamkeit und regt zum Nachdenken und zur Selbstreflexion an.
Neben dem Personalwechsel fällt an Veränderungen lediglich der englische Titel auf. Ansonsten dürfen Fans der Band sich auf den typischen Bandsound freuen, der neben energischem Grindcore und punkigem Flair auch gerne mal flirrende Black Metal Gitarren beinhaltet. Längere Songs wie "Weiss", "Planeten Planieren" oder das grandiose "Tag 1 Nach Den Menschen" wissen durch Ideenvielfalt und eine lange Halbwertzeit zu gefallen, während die obligatorischen Instrumentals ("Reiz-Reaktion-Automat" ist der Knaller!) und kürzeren Nummern die Platte noch abwechslungsreicher gestalten. In dieser Form darf die Band gerne noch lange weitermachen.
(David Lang)

05.10.2016 / TRUST

TRUST

19.09.2016 / POWERMETAL.DE

Solange es ihnen gelingt, vollends zu polarisieren und in ihrem grindigen Chaos eine Message abzuliefern, werden und müssen die Jungs von JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE weiter am Ball bleiben. Und dass die Band ihren Zenit immer noch nicht überschritten hat, beweist der neue Longplayer "The Golden Anthropocene", der insgesamt zwar eigentlich 'nur' ein typischer JAKA-Longplayer ist, dementsprechend aber auch wieder alle Erwartungen erfüllt, die man an die Band richten darf.
Die einzige Überraschung des neuen Albums besteht wohl darin, dass man erstaunlich viele komplette Tracks zwischen die kurzen fragmentierten Attacken platziert. Die Band hat spürbar Lust am Songwriting gehabt und die Grenzen noch einmal ausgelotet, ohne dass man sich dabei von den eigenen Standards gelöst hat. Songs wie 'Weiss' und 'Planeten planieren' demonstrieren schon sehr früh, dass es den Musikern im zweiten Frühling noch einmal sehr ernst ist. Hierfür sprechen auch die gefühlt noch chaotischeren Arrangements in den längeren Tracks, die selbst den Vergleich zu JOB FOR A COWBOY und CATTLE DECAPITATION nicht mehr scheuen müssen, obwohl die Songs von "The Golden Anthropocene" keine höhere Mathematik darstellen. Aber JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE gefällt sich anno 2016 besonders darin, den Hörer mit schrägen Wendungen und überfallartigen Breaks herauszufordern, was im Ergebnis erneut sehr gelungen ist. 'Der Untergrund' und 'Weltorganismus' sind weitere Beispiele für die wiederholte Klasse der deutschen Grindcore/Crossover-Lunatics, und selbst wenn man hier und dort den Eindruck bekommt, die Band würde ein Stückchen übers Ziel hinausschießen, dann sind genau das die Augenblicke, die den aktuellen Release so wertvoll machen.
Das hohe Level von "Welt ohne Werbung" wird daher auch ohne große Schwierigkeiten bedient, gelegentlich sogar übertroffen. Wenn eine extreme Combo ihr Ding durchzieht, heißt das oftmals, dass sie ihren Stiefel runterspielt. Bei JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE ist der Biss aber noch vorhanden, kleine Nuancen zu verbessern. Und das Ergebnis gestaltet sich am Ende genau so wie "The Golden Anthropocene".
(Björn Backes)

12.09.2016 / REVIEW TEMPELORES

Japanische Kampfhörspiele is a German metal band that puts a huge focus on their lyrics. These guys have a brand new album out which is called “The Golden Anthropocene”.
The album comes with twenty tracks. That might sound like a lot, but the album goes by within forty minutes. The music is intense. Fast metal riffs and growled vocals come blasting right at you after the intro. Some tracks are interludes with spoken tracks or samples from news, movies and such. Japanische Kampfhörspiele created their very own style of music and concept of songs. But at the same time, some songs sound just like every other doom metal band. I believe the true sound is somewhere in between. Either way, “The Golden Anthropocene” is an interesting piece of art you should definitely give a listen if you are into metal. All of the lyrics are in German. The growling makes it a little tough to understand, but the longer you listen to this album, the more you will understand.
Japanische Kampfhörspiele is awarding you with a brand new album. “The Golden Anthropocene” is bringing you music you can bang your head to, listen closely or lose yourself in thoughts about the music. Whichever option you chose, check out this brand new album.
(Nina)

08.09.2016 / REVIEW MUSIC-SCAN

Die Band kennt das System und versteht es, dessen Mechanismen für sich zu nutzen. Diese mehrdeutige und undifferenzierte Aussage passt bestens zu den JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELEN und ihrem „The Golden Anthropocene“. Der Album-Titel trägt der Globalisierung Rechnung. Um „Sex Sells“ zu berücksichtigen, haben die notorischen Querulanten ein entsprechendes Cover-Motiv gewählt, das überdies auch als Medien- oder Technologieschelte herhalten kann. Weitere Bilder im Booklet scheinen auf die Wegwerfkultur, den Überwachungsstaat, atomare Vernichtungsgefahren und mögliche Naturkatastrophen abzustellen. Textlich treten die Krefelder präziser und tagesaktueller in Erscheinung, doch ein breiter Interpretationsspielraum bleibt bestehen. Die Musiker sind bekannt dafür, den Finger tief in die Wunde zu stecken und mittels bewusster Provokation Kontroversen lostreten zu wollen. Die Vielfalt der mit Worten oder Samples angerissenen Themen ist beachtlich. Die Art und Weise, wie die JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE ihre Sicht auf die Welt bzw. Kritik an der Gesellschaft umsetzen, ist es nicht minder. Kombiniert mit kurzen Aufmerksamkeitsspannen bzw. der unsteten, sprunghaften Musikalität der Gruppe führt das unweigerlich in eine schwer verdauliche Informationsflut hinein, in der man sich erst einmal zu Recht finden muss. Selbst wenn das Material, wie behautet, das Ergebnis eines regulären Songwriting-Prozesses und in einem richtigen Studio aufgenommen worden ist, ändert das wenig am rohen, bissigen Rundumschlag, den das neue Album der Krefelder Extrem-Künstler wiederum darstellt. Im punkigen Grindcore-Gewand mit experimentellen Ausreißern wirkt „The Golden Anthropocene“ so, wie man die JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE kennt.
(Arne)

07.09.2016 / REVIEWS INTRO / PLATTENLADENTIPPS / WESTZEIT

Intro Plattenladentipps Westzeit

01.09.2016 / REVIEW VISIONS

VISIONS

28.08.2016 / REVIEW PLATTENTESTS.DE

Keine Frage: Japanische Kampfhörspiele verstehen es auch auf "The golden anthropocene“ vortrefflich, ihre Hörerschaft auf eine Treibjagd zu entführen. Ab ins menschliche Gestrüpp, mit Fanfare und Gebrüll hinein ins soziale Dickicht. Dorthin, wo Darwin noch Darwin sein kann, political correctness unbekannt ist. Die Bigotterie der ach so aufgeklärten westlichen Zivilgesellschaft ist es, die den Krefeldern derart den Schaum vor den Mund treibt.
Okay, so kennen und so mögen wir die Band. Und das seit nunmehr achtzehn Jahren. Doch halt: Wer ist hier, bei dieser neuerlichen Hatz, fies taktierender Reiter, wer zornig aufgehetzte Hundemeute? Und wer dem Untergang geweihter Fuchs? So klangmächtig sich die Band hier auch ihren Weg durchs Unterholz bahnt, eindimensional und simplifiziert ist hier gar nichts. Und plump mit dem Finger auf andere gezeigt wird schon einmal gar nicht.
Sei es in dem Stück "Planeten planieren“, in dem in unseren Breitengraden so pathetisch verklärten Begriffen wie Fortschritt, Demokratie, Toleranz und Freiheit die dicken Beine unterm speckigen Hinterteil weggezogen werden; sei es in "Posthumane Weltregierung“, in dem uns unser zu Rücksichtslosigkeit gewordener Hedonismus in beeindruckend wenigen Zeilen wieder und wieder quer durchs Hirn getrieben wird – oder aber sei es auch ein paar Bedeutungsstufen tiefer im vielleicht besten Song des Albums, "Der Untergrund“, in dem Japanische Kampfhörspiele die Frage stellen, ob nicht auch der künstlerische Underground längst zu einem riesengroßen Schwanzlutscherladen mutiert ist.
Brachial, doch durchgängig zeigefinger- und holzhammerlos verabreicht, führt uns die Band unseren eigenen so dekadent-heuchlerischen Lebensstil vor Augen. Dass narrativer Standpunkt und Rolle der Band dabei mitunter im Dunkeln gelassen werden, mag feige anmuten, ist jedoch exakt der Kniff, der "The golden anthropocene" auch für Anhänger weniger wüster Musikgenres zu einem mittleren Faszinosum werden lässt. Whistleblower oder Nestbeschmutzer, Verräter oder Märtyrer? Die zum Teil vorherrschende akustische Unverständlichkeit der Texte (werden allesamt im Booklet aufgeführt) nährt den Eindruck, einer konspirativen Angelegenheit beizuwohnen. Ob wir hier einem Systemsturz (von innen? von außen?) beiwohnen oder dessen Verteidigung, ob die wütende Jagd einmal mehr den Tätern oder doch eher den lemminghaft und kopflos agierenden Opfern gilt oder ob nicht längst einfach nur alles egal, alles zu spät ist, die Welt in einem eschatologischen Donnergetöse untergeht – Interpretationen sind hier einige möglich. Dass Japanische Kampfhörspiele für das große Um- und Neudenken stehen, muss nicht diskutiert werden. Es ist jedoch der große Trumpf dieses Albums, dass sie uns den typisch westlichen Widerspruch aus gutem Meinen und schlechtem Handeln so exemplarisch vor Ohren führen.
(David Wonschewski)

24.08.2016 / REVIEW METAL HAMMER

Metalhammer

26.08.2016 / REVIEW WAHRSCHAUER

Glaubt man Ärzten vom Fach, dann ist man am besten, wenn es einem eigentlich egal ist. Demzufolge müsste JAKA wirklich alles am Arsch vorbeigehen. So werfen sie mit ihrem zweiten Album nach der Reunion wieder Perlen vor die Säue – erstmals seit 18 Jahren mit englischem Titel. So befasst sich „The Golden Anthropocene“ wieder in unverwechselbarer Weise mit allen Un-, Ab- sowie Eigenarten unseres goldenen Menschenzeitalters. Musikalisch muss man JAKA eigentlich nicht mehr vorstellen. Sie beherrschen alle Finessen mehrerer Genres und schweißen diese zu einem metallischen Quilt zusammen. Mal bleischwer und weich, mal stahlhart und unbeugsam. Wie beim unfachmännischen Hantieren mit instabilen Chemikalien kommt es dabei ständig zu unvorhersehbaren Reaktionen. Musikfans mit Scheuklappen vor den Ohren wissen gar nicht, welche Sub-Hochkultur ihnen hier entgeht, denn wie immer schreiben JAKA nicht nur musikalisch, sondern auch lyrisch brillante Werke. Das beweisen allein Songtitel wie „Planeten planieren“, „Reiz-Reaktion-Automat“, oder „Mitmachdiktatur“. Dabei werfen die Texte mindestens so viele Fragen auf wie sie beantworten, sie sind topaktuell und zynisch. Mitdenkmetal. Trüge man etwa „Weiss“ auf einem Poetry Slam vor, flögen die humiden Höschen wohl nur so auf die Bühne vor Begeisterung.
(Patrick)

  • Japanische Kampfhörspiele - Robert, Christian, Christof, Marco, Martin
  • 23.08.2016 /

    Hier mal ein aktuelles Bandfoto zum Downloaden und Behalten.

    Eine ganze Menge Shows sind geplant für die Zukunft. HIER könnt ihr sehen, welche für euch erreichbar sind.

  • 19.07.2016 / NEUER SÄNGER

    Wir haben einen neuen Sänger. Christian heißt er, ist noch sehr jung (Jahrgang 1987), entsprechend unverbraucht und wird also von nun an Martin ersetzen ... Häh? Martin? Ja, denn Martin wird von nun an Bony ersetzen. Wer da nun gar nicht mehr mitkommt, kommt am besten mal am 01.09. auf das DEATH FEAST nach Andernach. Da spielen wir nämlich zum ersten Mal in dieser neuen Besetzung.

  • Christian

14.07.2016 / BONYXIT

Unser Frontschwein verlässt die Band nach 13 Jahren, da es sich neuen musikalischen Überforderungen stellen möchte, wie wir gerade von unserem Label unundeux erfahren müssen. Bony will der Band aber weiterhin als Booker, Rifflieferant und Konzertbesucher erhalten bleiben. Darüber freuen wir uns sehr, wenn wir natürlich auch traurig sind über den Ausstieg unseres langjährigen Mitstreiters. Bitte erstellt ihm ein qualifiziertes Arbeitszeugnis und schickt dies an info@unundeux.de. Wir haben dazu momentan keine Zeit, da wir uns umgehend auf die Suche nach einem neuen Frontschwein begeben müssen.